Nazis melden 4. Aufmarsch an

Offenbar soll es auch einen vierten Naziaufmarsch am 16. Oktober geben. Anmelder hierfür ist Enrico Böhm, ein gescheiterter NPD-Stadtratskandidat und gerichtsnotorischer Lok-Hooligan der „Blue Caps“. Die vorgesehene Route soll ab Bruno-Plache-Stadion (Stadtteil Probstheida) über Marienbrunn nach Connewitz und von dort in die Innenstadt bis zum Martin-Luther-Ring führen. Öffentlich beworben wird dieser vierte Aufmarsch derzeit noch nicht.

Allerdings wird mittlerweile in einem Nazi-Text erläutert, warum ein Aufmarsch nicht genüge: Mehrere Anmeldungen „ermöglichen uns eine neue Flexibilität, wir sind nicht an Zeit und Ort gebunden. Wir können uns am Tag der Demonstrationen selbst neu koordinieren, die eine ist blockiert, dann laufen auf den anderen beiden umso mehr ungehindert durch die Stadt.“ Von einem vierten Aufmarsch ist dort noch nicht die Rede.

In einer Anweisung an die „Kameraden“ heißt es weiter: „Seid flexibel, fahrt die Demonstrationstreffpunkte nicht direkt, sondern nur über Vorabtreffpunkte mit anderen gemeinsam und nach Absprache an. […] Bereitet euch lediglich auf zwei Sachen vor, die Repression wird kommen und wir werden laufen!“

Mittlerweile scheint es zweifelhaft, ob Stadt und Ordnungsamt dies mit sich machen lassen – wir jedenfalls nicht. Die heutige LVZ-Ausgabe berichtet zudem auf Seite 1, dass bereits 15 Anmeldungen für Gegenveranstaltungen am 16. Oktober vorlägen. Und: Ein Verbot der Naziaufmärsche werde nicht mehr ausgeschlossen.